Innenausbau – Teil 3: Heizung

Eines der kniffligsten Themen für mich, weil ich davon nun wirklich gar keine Ahnung habe. Also erst mal recherchieren, lesen, lernen.

Die erste grundsätzliche Entscheidung ist schnell getroffen: eine Diesel-Wasser-Heizung soll es werden. Diesel, weil dieser Brennstoff immer in ausreichender Menge zur Verfügung stehen muss. Und Wasser, weil ich mir davon ein besseres Raumklima erhoffe, als wir es von der Luft-Heizung in unserem Oskar I kannten. Die macht zwar schnell warm, Möbel und Wände bleiben aber kalt und sobald die Heizung abschaltet, geht auch die Raumtemperatur sehr schnell wieder zurück.

Bei der Auswahl des Heizgeräts lande ich zunächst bei der Hydronic M10 von Eberspächer, die auch bei anderen Reisemobilisten schon gute Dienste leistet. Allerdings ist sie mit knapp 10kW maximaler Heizleistung sehr üppig dimensioniert, was letztendlich bedeutet, dass die Heizung wohl die meiste Zeit nur im untersten Leistungsbereich betrieben werden könnte, wodurch sie aber auch sehr schnell verrußt und dann den Betrieb einstellt. Also muss eine kleinere Heizung her, die dann auch einigermaßen gefordert ist. Durch einen Tipp stoße ich auf die Standheizungen des russischen Herstellers Autoterm, die in Deutschland über Tigerexped vertrieben werden. Das Modell Binar 5S ist klein und robust, heizt mit maximal 5kW und wird mit einem Montage-Kit geliefert, das wirklich keine Wünsche offen lässt. Selbst ein Pack Kabelbinder ist dabei. Weiterer unschlagbarer Vorteil: die Heizung kostet gerade mal die Hälfte dessen, was man für ein vergleichbares Gerät von Webasto oder Eberspächer zahlen würde.

Mit der Auswahl des Heizgeräts ist es aber natürlich nicht getan. Der weitaus schwierigere Teil der Planung besteht darin, ein vernünftiges Konzept zu erarbeiten, wie man die Heizung in das System einbindet. Die Idee ist, die Standheizung in den Kühlwasserkreislauf des Motors mit einzubinden um damit folgende Szenarien realisieren zu können:

  • Warmwasserbereitung und Heizen der Kabine im Stand
  • Vorwärmen des Motors im Stand
  • Warmwasserbereitung und Heizen der Kabine während der Fahrt durch Nutzung der Abwärme des Motors

Nach langen Recherchen und zahlreichen, auch kontroversen Diskussionen in den einschlägigen Foren, kam bei mir dann folgendes Schema heraus:

Zentrales Element ist dabei der Boiler von Isotherm, der mit zwei hydraulischen Heizwendeln ausgestattet ist, wodurch ich ihn auch mit zwei getrennten Heizkreisläufen anfahren kann: während der Fahrt heizt das Kühlwasser des Motors das Brauchwasser im Boiler und im Stand übernimmt das die Binar 5S in einem eigenen Kreislauf, in den auch die Heizkreise der Heizkörper und Fußbodenheizung eingebunden sind.

Beim Einbau der Heizung im Motorraum hole ich mir wieder professionelle Hilfe von Rico und gemeinsam werkeln wir zwei volle Tage bis sämtlich Schläuche verlegt sind, die Wasserpumpe eingebaut ist, die Dieselpumpe angeschlossen ist und Heizung und Pumpe mit Strom versorgt werden.

Nachdem soweit alles vorbereitet ist, fahren wir mit Oskar nach Meitingen, zu meiner Cousine, deren Mann zufälligerweise selbständiger Heizungsbauer ist. Was für ein Glück! Mit ihm bespreche ich meine Pläne für Fußbodenheizung und Heizkörper und er berechnet uns anhand der Eckdaten der Kabine die benötigte Wärmeleistung. Im Anschluss bestellen wir dann gleich noch drei Alu-Heizkörper samt Zubehör, die Elemente für die Fußbodenheizung hatte ich vorher bereits besorgt. Die Anschlüsse am Boiler bereitet Markus auch schon mal soweit vor und dann ist der Tag auch schon fast wieder vorbei. Weitermachen können wir aber erst, wenn die Heizkörper geliefert werden und vor allem, wenn das kleine Podest für die Sitzgruppe fertig ist, denn da kommt ja auch ein Teil der Fußbodenheizung drauf.

Bis alles soweit ist, vergehen nochmal 3 Wochen, in denen wir fleißig Möbel bauen. Am 22. Oktober fahre ich dann frühmorgens wieder nach Meitingen und in drei langen, arbeitsreichen Tagen entsteht unsere komplette Heizungsanlage.

Bleibt nur noch zu sagen: DANKE, Markus! Ohne Dich würden wir frieren oder müssten unsere Reiseroute nach den Jahreszeiten ausrichten. So aber können wir getrost Richtung Sibirien aufbrechen… kalt wird uns bestimmt nicht. Und falls jemand ne Heizung braucht, mobil oder stationär: Heizungsbau Meitinger! Sehr zu empfehlen!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Moin,
    schöne Seite habt Ihr da. Alu-Heizkörper kannte ich bis eben noch gar nicht. Habt Ihr die schon testen können? Und wenn ja, seid Ihr zufrieden? Wenn ich das richtig sehe sind die von Moryb oder? Es würde uns mal interessieren welche Größen Ihr da verbaut habt.
    Das Thema Heizung steht uns noch bevor, da ist man dankbar für jeden Tip 🙂
    Beste Grüße
    Susanne

  2. Moin,
    schöne Seite habt Ihr da. Alu-Heizkörper kannte ich bis eben noch gar nicht. Habt Ihr die schon testen können? Und wenn ja, seid Ihr zufrienden? Wenn ich das richtig sehe sind die von Moryb oder? Es würde uns mal interessieren welche Größen Ihr da verbaut habt.
    Das Thema Heizung steht uns noch bevor, da ist man dankbar für jeden Tip 🙂
    Beste Grüße
    Susanne

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.