Unser erster holpriger kleiner Ausflug mit Oskar!

Endlich ist es soweit! Wir wollten ja eigentlich schon im November 2018 unsere erste Reise starten, aber damals wollte die Elektrik noch nicht so wie wir wollten.

Am 29.12.2018 ging’s endlich los. Wasser, Heizung, Strom waren fertig – so dachten wir zumindest mit unserer grundoptimistischen Einstellung – die Möbel eingebaut, Toilette, Dusche, kleines Klappwaschbecken: alles drin. Nur das Gas fehlte noch, aber wir hatten noch den guten alten Gaskocher von Trangia, der war erst einmal völlig ausreichend.

Also, am Samstagmorgen den Oskar bis oben hin voll gepackt, Richtung Norden sollte es gehen, nach Friesland.

Erst mal vollgetankt, Oskar hatte Durst und zwar ziemlichen!

Jetzt aber los. Eigentlich wollten wir nur bis Leipzig, aber da wir so früh dran waren, sind wir durchgefahren bis Magdeburg. Der Stellplatz gut voll, aber für unseren Kleinen war dazwischen noch Platz, einen wunderschönen Blick hat man von so hoch oben!

Abends gab’s Suppe mit Würstchen. Zum Kochen braucht man bekanntermaßen auch mal Wasser. Wasserhahn auf: Gurgel Gurgel Gurgel – Wasser weg. Jochen nach hinten in die „Garage“. Nochmal: Wasser auf, ein bisschen was kommt, dann gurgelt’s und spritzt’s, Pumpe pumpt vergeblich, aber leider kein Wasser….. Nun gut, das mit dem Essen klappte trotzdem, darum kümmern wir uns morgen.

Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Wilhelmshaven. Naja, das war nix da. Für manche kleineren Städte ist unser Oskar dann doch einfach ein bisschen zu dick, mit gut 9t ignoriert man vorsichtshalber keine Schilder wie „keine Fahrzeuge über 7,5t über das kleine Brückchen“.  Aber es ist ziemlich nervig, gar nirgends durch fahren zu können. Das müssen wir noch üben.

Also weiter an der Küsten entlang Richtung Hooksiel.  Dort haben wir am Außenhafen in Hooksiel einen wirklich leckeren Fischstand gefunden, ein kühles Pilschen dazu und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Aber: alle Parkplätze nur für PKW….. Wir werden diskriminiert! Naja, irgendwo haben wir ein Plätzchen für die Nacht gefunden – und der Kampf mit der Wasserversorgung ging weiter…… Jetzt ging gar nichts mehr. Kein Wasser mehr, kein Tropfen. Die Pumpe pumpte und pumpte und es kam nichts! Ohne Wasser kein Tee am Morgen, keine Nudeln am Abend und das mit der Körperpflege lassen wir mal ganz außen vor.

Dann: Warum haben wir nur noch 40% Strom? Wir sind doch viel gefahren. Das mit dem Strom sollte an und für sich, vereinfacht dargestellt, so funktionieren:

  • Wenn genug Sonne scheint, dann lädt sich die Batterie über die Solarpanele. Das funktionierte auch sehr gut, nur schien zwischenzeitlich nicht mehr die Sonne, sondern der Regen.
  • Wenn wir fahren, dann lädt sich die Lithium Ionen Batterie über den Ladewandler aus der LKW Batterie auf. Das funktionierte – gar nicht! Daher kein Aufladen der Lithium Ionen Batterie während der Fahrt.

An und für sich dachten wir ja, wir sind problemlos einige Tage (eigentlich auch Wochen) autark.

Was machen wir also? Es hörte zwischenzeitlich nicht mehr auf zu regnen. Unsere Laune passte sich an.

Nützt nichts, wir müssen sehen, dass wir das irgendwie hinbekommen bzw. wir müssen improvisieren. Es war schon der 31.12., also Silvester und wir wollten eigentlich ein wenig feiern – unser erstes Silvester gemeinsam mit Oskar.

Notfallplan:

Erst mal 3 Kisten Wasser gekauft.

Dann in Moormerland einen Berger gefunden (das ist ein Campingausrüster): Wasserkanister 20l, unseren hatten wir sinnvollerweise daheim vergessen, diverse Gewindetüllen, Kugelhähne, Schlauchschellen…….

Einen Campingplatz gesucht, damit wir Landstrom für die Stromversorgung haben. In Bingum bei Leer haben wir einen schönen Platz gefunden und glücklicherweise auch einen bekommen: Ein etwas kritischer Blick der Dame hinter der Rezeption auf unser Fahrzeug: Wie schwer ist das Teil denn????

Nur ein bisschen schwerer und höher als ein normales Wohnmobil, aber keinesfalls länger!

Jochen macht sich an die Arbeit…… Es stellte sich heraus, dass die Pumpe defekt war. Zum Glück haben wir eine zweite Pumpe an Bord, die an und für sich für die Entnahme aus Süßwasserquellen gedacht ist. Jochen hat die Pumpen sodann umgestöpselt.

Probieren – probieren – probieren…… Dann endlich! Es läuft und läuft und läuft…….. Wir haben WASSER!

Und STROM!

Der Abend ist gerettet!!!! Wir können Silvester feiern und das haben wir dann auch gemacht!

Am 02.01. ging es zurück an die Küste nach Dornumersiel, wo wir auch gleich einen schönen ruhigen Stellplatz gefunden haben. Da der Ladewandler tatsächlich  defekt ist, waren wir immer mal wieder auf Landstrom angewiesen, aber das war kein Problem.

Am nächsten Tag ging es weiter. Jetzt mal was Neues: Wo finden wir nochmal ein so leckeres Matjesbrötchen wie in Hooksiel? Die Suche danach gestaltete sich schwierig. Teilweise leben die Dörfer wohl nur im Sommer vom Tourismus, die Bürgersteige waren hoch geklappt, die Geschäfte zu.

Mitten auf der Landstraße dann ein Fischgeschäft mit einer leckeren Auswahl, da haben wir zugeschlagen, kann man nur empfehlen, dort gibt es auch einen kleinen Imbiss, Luth Eilts Fischimbiss und Fischverkauf in Hagermarsch, ein Familienbetrieb, so wie es aussah:

Die Tochter, als wir das Geschäft betraten: Ey, was is’n das für ein geiles Teil! Dachte ich seh nicht recht, als ihr da rein gefahren seid!

Die Mutter erwartete uns nach unserem Einkauf schon neugierig im Hinterhof : Was is’n das, ein alter LKW, oder? Dann haben wir lange gefachsimpelt, die Familie auch begeisterte Camper. Die hauseigene Katze hatte reges Interesse an Oskar. Schön war’s da.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Greetsiel, ein schmuckes kleines Dörfchen an der Küste, ein bisschen touristisch, aber schön. An der Küste kann man wunderbar wandern. Dort haben wir es uns dann 2 Tage gemütlich gemacht. Das Wetter hat es einen Tag richtig gut mit uns gemeint.

Nach Greetsiel geht es schön langsam Richtung Regensburg zurück. Allerdings über:

  • Viersen – dort haben wir den Gastank bestellt, Wynen Gas, sehr freundlich und kompetent, Jochen wird berichten
  • Attendorn – Staukästen abgeholt
  • Lautertal im Odenwald – Bei Stefan von der Firma Excap, wo wir den LKW herrichten haben lassen, mussten noch ein paar Arbeiten gemacht werden.

Fazit: Die Reise war leider viel zu kurz, Zeit wird es, dass wir endlich in den Oskar ziehen und los kommen – bis dahin ist allerdings noch einiges zu tun.

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare
  1. So ich habe jetzt den ganzen Tag, nachdem ihr heute morgen von der Sandbank abgefahren seid, damit verbracht, mir eure Website genauer anzuschauen und auch ein bisschen vor mich hin zu träumen! Es ist wirklich beeindruckend wie ihr eurer Vorhaben von Anfang an durchgesetzt habt/durchsetzt und wie aus einem alten LKW euer Oskar geworden ist! 🙂
    Ich wünsche euch alles Gute für alle weiteren Fahrten, viele spannende Erlebnisse und unglaublich schöne Erinnerungen!

    Liebe Grüße
    „das Mädchen aus der Rezeption“

    1. Hallo Ann,
      vielen lieben Dank! Wir haben den kurzen Aufenthalt bei Euch sehr genossen! Wir werden hier in Kürze von unserem zweiten kleinen Ausflug berichten und dann geht es im Juli hoffentlich los auf die große Reise.
      Liebe Grüße

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