Preisboxer Yannis
Von allen geliebt

Abschied von Yannis

Fünf Monate begleitete Yannis gemeinsam mit seiner Schwester Alma unsere Reise, dann hieß es im Mai 2020 Abschied nehmen.

Nachdem wir die vier kleinen Lebewesen (Oskar und die kleinen Schweinderl) am 22.12.2019 in einer Schachtel am Straßenrand gefunden, in unsere Klappbox gepackt und auf die Mittelkonsole im Fahrerhaus gestellt hatten, wechselten wir einen Blick und dachten: Was ist uns denn jetzt passiert? Zweiter gewechselter Blick bedeutete dann: Aber einen nehmen wir auf jeden Fall!

Für Jochen war sofort klar, die Alma muss mit.

Es wurde sodann für die Vermittlung der anderen 3 Welpen der Kontakt zu Diana von der örtlichen Tierhilfe in Kyparissia hergestellt. Allerdings konnte Diana nur zwei Welpen übernehmen, sie hatte bereits ein großes Rudel zu Hause, mehr Platz war nicht mehr. Damit nicht ein Welpe alleine bleibt, hätten dann alle drei Welpen am Strand von Elea bleiben müssen. Es gibt dort einen alten ausrangierten VW Bus, umfunktioniert zu einer Hundehütte, in dem die Kleinen hätten schlafen können. Sie wären von Diana und den Touristen versorgt worden. Schnell haben wir entschieden, das wollen wir nicht, sie sind noch zu klein, erst 7 Wochen alt. Was soll’s, dann nehmen wir halt zwei. Wir hatten ja schon mal einen Hund und kennen uns super aus, dachten wir in einem Anfall von Selbstüberschätzung.

Meine Wahl fiel auf Yannis, ihn hatte ich von Anfang an ins Herz geschlossen. Außerdem kuschelten tatsächlich die zwei schwarz-weißen zusammen und die weiß-schwarzen, so dass wir sie nicht trennen wollten.

Am Anfang waren die beiden noch recht lieb und kuschelig miteinander. Gemeinsam hatten sie ganz viel Unsinn im Kopf! Gemeinsam waren sie auch gute Wachhunde. Egal, was oder wer sich dem LKW näherte, wurde umgehend und anhaltend verbellt. Relativ schnell merkten wir, dass die Erziehung von zwei Geschwisterwelpen eine richtige Herausforderung ist. Das allein hätten wir aber in Kauf genommen.

Aber: die beiden wuchsen und wuchsen und mit jedem Tag und jeder Woche wurden die Streitigkeiten heftiger und schlimmer. Zu unserer Verteidigung tragen wir vor: wir wussten, dass sie größer werden und wahrscheinlich sogar ziemlich groß. Aber alles andere haben wir unterschätzt.

Es war also schnell klar, beide können wir nicht behalten. Nur wen behalten wir und für wen suchen wir einen neuen Platz? Die Vorstellung, uns von einem der beiden trennen zu müssen, war schrecklich. Letztendlich fiel die Wahl auf Yannis, da ihn das Reisen von Anfang viel mehr angestrengt hat. Er ist eher behäbig und bewacht gerne den LKW, sprich, er bewegt sich ungern fort. Auch die ständig wechselnden Umgebungen waren eine Herausforderung für ihn. Alma steigt aus und ist neugierig. Yannis steigt lieber erst gar nicht aus.

Also begaben wir uns auf die Suche nach einem guten Platz für Yannis. Zahlreiche WhatsApp und Emails wurden verschickt, Anrufe wurden getätigt. Nach ein paar Tagen kam eine Nachricht von Bernd. Mein Bauchgefühl sagte mir, das klingt gut, obwohl wir uns nicht kannten. Der Kontakt kam über Freunde zustande. Nach einem ersten Telefonat kristallisierte sich immer mehr heraus, die beiden könnten zusammenpassen. Nach weiteren zahlreichen Nachrichten, Bildern und Videos hin und her – Yannis hin, Bernd und sein Zuhause her – war klar, das muss Yannis neues Zuhause sein.

Die Vorfreude von Bernd war groß, wir wollten am 20.03. ausreisen, dann wären wir Anfang April bei ihm gewesen. Tja, dann kam Corona. Aus dieser Zeit gibt es ganz viele Bilder von Yannis, damit Bernd nichts von der Entwicklung verpasst. Und für Yannis gab es Sprachnachrichten von Bernd zum Kennenlernen. Aber es hieß erst einmal: Warten auf Yannis!

Endlich war es soweit, wir sind nach Deutschland zurückgekehrt. Zunächst ein erstes Kennenlernen. Wir sind alle aufgeregt. Aber es war ganz eindeutig Liebe auf den ersten Blick, Bernd und Yannis haben sich gefunden! Zwei Tage später kommt Bernd mit seiner Tochter Lea, um Yannis zu holen. Alle sind wir wieder gespannt, wie wird das klappen? Immerhin ist Yannis seit der 7. Lebenswoche bei uns. Wird er sehr weinen? Geht er freiwillig mit?

Noch gemeinsam ein Kaffee und dann…..

Bernd leint Yannis von der Schleppleine ab, nimmt die kurze Leine. Sagt: Komm Yannis, wir fahren. Yannis steht freudig auf, wedelt mit dem Schwanz, geht mit, steigt ins Auto und ist glücklich. Er hat nicht mal gekuckt! Also nach uns gekuckt! Da waren wir schon ein bisschen beleidigt.

Aber die Freude war natürlich bei allen riesig, dass es so gut klappt. Seither wird Yannis gehegt und gepflegt und von allen geliebt! Sofort hat er den Chefsessel erobert und sich einen gemütlichen Platz im Mustang gesucht. Und endlich muss er nichts und niemanden mehr mit seiner kleinen nervigen Schwester teilen. Was für einen schönen und liebevollen Platz Du gefunden hast, Yannis! Vielen lieben Dank an Bernd, Lea und Anna!

Alles alles Gute, lieber Yannis, wir hatten eine wunderschöne Zeit mit Dir!

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