Innenausbau – Teil 2: Photovoltaikanlage

Eigentlich nicht wirklich ein „Innenausbau“, da die PV-Module ja auf’s Dach müssen. Aber der Strom, den sie produzieren, den nutzen wir drinnen und der Solarregler hängt ja auch in der Heckgarage. Also geht das schon in Ordnung.

Zu den Details:
Ziel war eine autarke Stromversorgung mit genug Reserven auch für längere Schlechtwetterperioden, während derer das Fahrzeug nicht bewegt wird! Soll heißen: wenn wir drei Wochen in Norwegen im Regen stehen, soll trotzdem immer genug Strom vorhanden sein, ohne dass wir einen Generator benötigen oder jeden Tag 2 Stunden im Kreis fahren müssen, um die Batterie über die Lichtmaschine wieder zu laden. Ob das funktioniert, wird sich zeigen.

Nochmal kurz die Eckdaten: unsere Lithium-Ionen Batterie hat eine Kapazität von 360 Ah und kann bis zu 80% entladen werden ohne Schaden zu nehmen. Der prognostizierte maximale Verbrauch pro Tag liegt bei ca. 200 Ah. Mit voller Batterie und allen Verbrauchern auf maximaler Leistung können wir ohne externe Versorgung also bereits knapp 1,5 Tage autark stehen. Das ist schon mal nicht schlecht. Den Rest soll die PV-Anlage übernehmen.

Bei der Auswahl der Solarmodule bin ich lange unschlüssig bis ratlos: zu groß ist die Auswahl, zu verschieden die Meinungen und letztendlich auch zu unterschiedlich die Preise. Module bekannter Hersteller für Großanlagen gibt es zur Hälfte des Preises spezialisierter Anbieter für Yachten oder Reisemobile. Und keiner kann oder will mir sagen, was denn nun die beste Lösung wäre. Klar, die wollen ja auch ihr Zeug verkaufen. Nachdem die Preise für die Module aktuell auch noch beständig sinken, beschließe ich, den Kauf erst mal so lange wie möglich hinauszuzögern.

Nach all den mehr oder weniger erfolglosen Recherchen liefert dann auf der Abenteuer&Allrad 2018 ausgerechnet ein, wegen der Hitze leicht erschöpfter, aber sehr ehrlicher Mitarbeiter eines der Reisemobil-Solar-Spezialisten den entscheidenden Hinweis. Ich frage ihn ganz direkt, ob und wenn, was denn der Unterschied zwischen einem „normalen“ Solarmodul, wie es für  Hausdächer verwendet wird und seinen Produkten wäre. Und er antwortet leicht resigniert: eigentlich gar keiner! Seine Module sind bei gleicher Leistung etwas kleiner, dafür auch entsprechend teurer, aber wenn genug Platz ist, spricht nichts gegen die Verwendung klassischer Module aus dem Anlagenbau. Vielen Dank dafür!

Da auf unserem Dach Platz nicht wirklich das Problem ist, bestelle ich Anfang Juli drei Module aus der NeON2 Serie von LG mit einer Nennleistung von jeweils 335 Wp. Die sind zwar mit 1,70m x 1m richtig groß, aber was soll’s. So wird das Ganze mal ausschauen:

1000 Wp Solar auf dem Dach

Für die Montage der Module auf dem Dach hat – wieder einmal – Rico die geniale und gleichzeitig kostengünstige Idee. Beim Entkernen seines Zeppelin-Shelters für sein eigenes neues Reisemobil (die ganze Story findest Du unter www.itchywheels.de), sind jede Menge C-Schienen samt Nutensteinen übrig geblieben, die sich perfekt für solch eine Aufgabe wiederverwenden lassen. Er hat seine Module auch auf diese Weise auf’s Dach geklebt, also sollte das bei uns auch funktionieren.

Für die gewünschte Anordnung der Module benötige ich insgesamt fünf Schienen mit 1,70m Länge und dazu je Modul 6 Aluwinkel mit jeweils 10cm. Nachdem das alles mit der Kappsäge zurecht geschnitten ist, befestige ich die Winkel mit je 2 Schrauben an den Längsseiten der Module und lasse mir dann von Rico helfen, die Dinger auf’s Dach zu bekommen. Die C-Schienen habe ich bereits vorher nach oben geschafft und schon mal ausgelegt und angezeichnet, damit ich sie dann später exakt da platzieren kann, wo sie hin sollen.

Auf dem Dach verschraube ich anschließend die Module mit den C-Schienen… und muss feststellen, dass die Winkel nicht exakt auf den Schienen aufliegen. Das hat zur Folge, dass es beim Verschrauben mit den C-Schienen, diese einseitig nach oben zieht. Mist! Damit die Verklebung der Schienen sicher hält, müssen diese aber vollflächig auf dem Dach liegen. Also alle 18 Winkel nochmal von den Modulen abschrauben und alle 36 Löcher direkt auf dem Dach nachbohren. Hätte ich gleich so machen sollen, anstatt mit meiner Bohrschablone. Hinterher ist man immer schlauer!

Zwei Stunden später ist aber auch das erledigt und alles für’s Verkleben vorbereitet. Dazu habe ich vorher noch die Module umgedreht und die Schienen und Dachflächen, auf denen sie zu liegen kommen, mit SIKA Aktivator abgerieben. Für die weiteren Arbeiten benötige ich dann wieder Ricos Hilfe: zum einen hat er einen Kompressor und eine Druckluft-Kartuschenpresse, was die Arbeit mit dem sehr zähen SIKA-Kleber deutlich erleichtert. Zum anderen braucht es einfach zwei Leute, um die Module wieder umzudrehen und sauber in den angezeichneten Markierungen zu platzieren.

Vielen Dank nochmal an Rico, hat alles prima geklappt und die Module waren auch nach der Testfahrt nach Dietfurt zu Inselstrom am nächsten Tag noch auf dem Dach!

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