Die stolzen Besitzer

Wie alles begann…

„Segelboot tut Not“ – Dieser Satz war über Jahre hinweg unser geduldig rezitiertes Mantra, wenn wieder mal der Beruf langweilte, der Alltag trist und öde erschien oder ganz generell einfach alles zu viel wurde. Die Idee dahinter war, irgendwann einmal mit dem eigenen Boot in See zu stechen und um die Welt zu segeln. Grenzenlose Freiheit, einsame Strände, fremde Kulturen… Und das nicht nur während des dreiwöchigen Jahresurlaubs, sondern ohne Kompromisse, ohne Einschränkungen, nur uns selbst verpflichtet.

Enstanden ist dieser Gedanke bereits im Herbst 1996, als wir während einer 6-wöchigen Indonesien-Reise auf Komodo ein älteres Ehepaar kennen lernten, das gerade dort vor Anker gegangen war. Wir begegneten uns auf der Terrasse der zentralen Lodge, unter uns räkelte sich ein riesiger Waran faul im Sand, und wir kamen sofort ins Gespräch. Sie war Spanierin, er Franzose und im Laufe der Unterhaltung erfuhren wir, dass sie ungefähr vier Jahre zuvor in Europa mit ihrem Segelboot gestartet waren und nun, nach der Überquerung des Atlantik, der Umrundung Südamerikas und dem Besuch diverser Inseln im Pazifik, im indonesischen Archipel angekommen waren. Der Rest des Weges sollte sie um Indien und Afrika herum führen, bevor sie dann nach weiteren 3 Jahren wieder in Europa bei ihrer Familie ankommen wollten.

Wir waren begeistert!

Der Entschluss stand fest. Irgendwann werden auch wir auf eine solche Reise gehen.

20 Jahre später ist es soweit… mit einer kleinen Änderung:

Aus unserem Segelboot wurde ein Steyr 12M18 Mannschaftstransporter des österreichischen Heers.
Und allen, die sich jetzt fragen, was ein ausgemusterter Militärlaster mit einem Segelboot zu tun hat, sei gesagt:

Immer locker und flexibel bleiben im Leben!

Unsere nautischen Erfahrungen beschränken sich bis heute auf meinen Windsurf-Kurs und zwei Ausfahrten auf einer 4-Meter Jolle. Beides als 14-Jähriger am Gardasee. Dazu diverse Schwimmkurse im Vorschulalter… Nicht wirklich das Rüstzeug um eine mehrjährige Weltumsegelung in Angriff zu nehmen.

Dagegen stehen zwei Führerscheine der alten Klasse 3 (alles bis 7,5t) und jetzt auch der Klasse C für LKW über 7,5t. Dazu jeweils 30 Jahre (fast) unfallfreie Fahrpraxis mit motorisierten Gefährten auf 4 Rädern.

Natürlich kauft man nicht einfach so mal schnell einen 30 Jahre alten LKW und beschließt damit gleichzeitig, in absehbarer Zeit sein bisheriges Leben aufzugeben und als moderner Nomade um die Welt zu ziehen. So etwas bedarf reichlicher Überlegung, minutiöser Planung und guter Vorbereitung! Also auf nach Bad Kissingen auf die Abenteuer&Allrad, ein bisschen Weltenbummler-Luft schnuppern, und kurz darauf noch einen Ausflug in den Odenwald zu EXCAP gemacht. – Sollte reichen!

Hier ein kurzer Abriss der ereignisreichen Wochen:
26.05 – 29.05.2016 – Besuch der Messe „Abenteuer&Allrad“ in Bad Kissingen
16.06. – 19.06.2016 – Ausflug in den Odenwald mit Werkstattbesichtigung bei EXCAP am 18.06.
20.06.2016 – Verbindliche Bestellung eines Steyr 12M18
04.07.2016 – Nachricht von Stefan, dass „unser“ Steyr ausgesucht sei und damit das Projekt „Weltreise“ offiziell starten kann…

Geht doch…

An all die Skeptiker:
wir hatten uns natürlich im Vorfeld auch schon ein paar andere Anbieter angeschaut, die alte Allrad-LKWs restaurieren und auch diverse gebrauchte, bereits ausgebaute Fahrzeuge in Augenschein genommen. Da war nichts dabei, das uns überzeugt hätte!
Die Vorzüge (und auch Nachteile) eines Steyr als Basis für ein (Welt-)Reisemobil wurden auf diversen, einschlägig bekannten Seiten bereits ausführlich diskutiert… damit will ich hier niemand mehr langweilen. Wen es dennoch interessiert, der findet hier die wichtigsten Infos:

Zurück zum Thema:
Jetzt hatten wir also mal schnell einen EXCAP bestellt… einfach so…  Sind wir jetzt völlig wahnsinnig geworden???
Diese und ähnliche Fragen stellten wir uns in den nächsten Wochen des Öfteren. Aber es war wohl so. Die erste Anzahlung war geleistet und Stefan, Inhaber und Mastermind bei EXCAP, hatte ja auch schon die Papiere geschickt…

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